Herbergsuachn

 

Frau Nachbarin, Sie, ham Sie gsegn

des Herbergsuachn? Mei, des war schen!

Da tuat ma wirkli was fürs Gmüat!

So schen hams gsunga - und des Liad

hams gspült vo jene Wirtsleit gar,

die abgwiesn ham, des himmlische Paar!

Mir is 's so recht zan Herzn ganga,

i han schon frei zan Woan angfanga.

So hart war'n d' Leit in Bethlehem.

Heut, da kunnt des nimmer gschegn!

Mia san ja heut schon zivilisiert,

bei uns, da war des net passiert!

 

Ja, was hams gmoant, Frau Nachbarin?

Mir solln beweisen unsern Sinn?

A Spendn für de dritte Welt?

Na, dafür ham ma jetzt koa Geld!

Mei Moa, der braucht an schnellern Wagn,

a neiche Kuchl muaß a tragn,

und d'Kinder wolln a Fernsehspiel,

na na, da bleibt uns grad so viel,

dass ma um d'Feichta umikemman.

Sie derfan mas net übelnehman!

 

Pfüat Gott! Und gelts, Sie denken dran:

Des Herbergsuachn schaut´s enk an!

 

(nach Irmgard Fischer)